Vortrag "Hausrotschwanz -  Vogel des Jahres 2025"

Die ersten Hausrotschwänze sind aus ihrem Winterquartier rund um das Mittelmeer zu uns zurückgekehrt. Bereits vor Sonnenaufgang lassen die Männchen ihren charakteristischen krächzenden Gesang von den Dächern erklingen. Mit 43.235 von über 140.000 angegebenen Stimmen wurde des Hausrotschwanz vor Waldohreule, Schwarzspecht, Schwarzstorch und Kranich zum Vogel des Jahres 2025 gewählt.

Über diesen anpassungsfähigen Vogel berichtete Michael Neumann, stellvertretender Leiter des Vereins für Natur- und Vogelschutz, kürzlich im Vereinsheim am Rupprich. Erst Ende des 18. Jahrhunderts wanderte der ursprüngliche Bewohner von felsigen Gebirgslandschaften in die Städte, Dörfer und Gärten ein. Hier ist er inzwischen ein häufiger Brutvogel, dessen Bestände seit 2006 sogar leicht angestiegen sind. Er benötigt allerdings zur Anlage seines Nestes Nischen und Lücken in bzw. an Gebäuden, die durch zunehmende Sanierung und Dämmung immer mehr verschwinden. Man kann dem Vogel leicht helfen, indem man Lücken lässt oder ersatzweise Nistkästen, sogenannte Halbhöhlen, als Nistplätze anbietet. Auch bei der Gartengestaltung kann man diesen Insektenfresser unterstützen, indem man insektenfreundliche, nektar- und pollenspendende Blumen, Sträucher und Bäume anpflanzt. Von einer Ansitzwarte aus startet dann der Rotschwanz seine Beutezüge und zieht mit den gefangenen Insekten auch seine Jungen groß. Meist kann er im Jahr zwei Bruten erfolgreich aufziehen.

Weltweit gibt es 14 verschiedene Rotschwanzarten, bei uns in Deutschland lebt noch ein naher Verwandter, der Gartenrotschwanz. Während es vom Hausrotschwanz ca. 1 Million Brutpaare bei uns gibt, ist der Gartenrotschwanz mit nur rund 100.000 Brutpaaren deutlich seltener. Er bevorzugt als Lebensraum halboffene Landschaften und ist hier vor allem in Streuobstwiesen anzutreffen. Wer diesen seltenen Vertreter der Rotschwänze in der Natur erleben möchte, ist herzlich zur traditionellen Vogelstimmenwanderung des Vereins für Natur- und Vogelschutz am 1. Mai eingeladen.

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