Vortrag "Gottesanbeterin & Co. Auwirkungen des Klimawandels auf unsere Nartur"

Zu einem Vortrag über Klimawandel und Artenvielfalt begrüßte Claudia Neumann vom Verein für Natur- und Vogelschutz zahlreiche Interessierte im Kulturforum Alzenau. Sie bedauerte sehr, dass der Klimawandel und seien Auswirkungen im Wahlkampf und in der derzeitigen Politik wenig Beachtung finden, obwohl die Auswirkungen gravierend werden.

In seinem spannenden Vortrag machte der promovierte Biologe Steffen Scharrer anhand der Ausbreitung der Gottesanbeterin deutlich, wie sehr sich das Klima bereits jetzt verändert hat. Ursprünglich bewohnte diese Fangschrecke Südeuropa, lediglich am Kaiserstuhl gab es ein Vorkommen in Deutschland. Doch inzwischen hat dieses wärmeliebende  Insekt ganz Deutschland außerhalb der Alpen und auch  früher kältere Regionen, wie den Spessart, erobert. Ein weiteres Beispiel ist die schwarzglänzende Holzbiene, die man aus dem Urlaub in südlichen Ländern kannte. Sie hat inzwischen  unsere Gärten als Lebensraum erobert. Bei den Libellenarten wandern zwar neue Arten zu, die die hohen Temperaturen vertragen, andere Arten sterben dafür bei uns aus. Stark betroffen sind auch Quellbewohner, die nur in kaltem Wasser gedeihen. Da sich allerdings mit der Klimaerwärmung auch das Quellwasser erwärmt, finden sie keine geeigneten Lebensraum mehr und verschwinden immer mehr.

Seit den 90er Jahren werden bei uns fast alljährlich Temperaturrekorde verzeichnet. Die Durchschnittstemperatur ist in unserer Region bereits um 3° Celsius gegenüber dem vorindustriellen Zeitraum angestiegen. Dieser Klimawandel ist auch ein Grund für die dramatischen Rückgänge in der Tier- und Pflanzenwelt. Ein großes Massensterben hat bereits eingesetzt und macht die Welt immer ärmer. Nur ein tatkräftiger Einsatz für unsere Natur kann diese Auswirkungen noch abmildern. Dafür brauchen wir mehr Schutz für unsere Ökosysteme und einen echten Biotopverbund.

gottesanbeterin

Für seine interessanten Einblicke in die Zusammenhänge der Natur erhielt Steffen Scharrer viel Beifall und anschließend wurde noch über das Thema ausführlich diskutiert.

Foto: Otto Grünewald


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